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by Greekferries Club SA

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Reiseführer für die Insel Mikonos, Kykladen, Griechenland

MYKONOS > ARCHITEKTUR

Architektur in Mikonos Kykladen griechischen Inseln Griechenland

Chora ist die historische Hauptsiedlung der Insel. Im Binnenland verstreut findet man traditionelle Landhäuser, die sogenannten "Dörfer", die in Gruppen in den natürlichen Becken erbaut wurden, wo die Wasserzufuhr und Nutzland gesichert sind. Die relativ furchtbare Hochebee im Osten der Insel, das malerische Ano Mera, ist dicht durch diese "Choria" besiedelt.

Die Stadt Chora liegt an der Westküste der Insel, am Meer, zwischen den Buchten Korfos und Tourlos und dehnt sich über den flachen Schwemmboden westlich des Hügellandes bis zum niedrigsten Felsen des mittelalterlichen Kastells aus. Damit setzt sie sich von den meisten anderen Siedlungen der ägäischen Inseln ab, welche zumeist amphitheatrisch an Hängen und Bergspitzen in sicherer Entfernung zur See erbaut sind.

Im Gegensatz hierzu gibt die ebene Bebauung von Chora das Gefühl eines labyrinthartigen aber einheitlichen und gleichmäßigen, durch weiße Massen und leere Flächen geformten Innenraumes Dieser Eindruck wird auch durch die einheitliche Höhe der zumeist zweistöckigenn Gebäude und die ähnliche Dekoration der Außenbereiche (Öffnungen, Balkone, Treppen und Bänke) und Farben.

All diese Charakteristika geben dem Spaziergänger in Chora den Eindruck, sich ständig in einer freundlich gesinnten Umgebung zu befinden, jedoch nur der Blick aufs Meer, wo möglich, gibt die Möglichkeit zur Orientierung. Durch die Jahrhunderte hindurch behielt der Ort trotz Änderungen und neuer Stadtteile sein einheitliches Bild, das er heute noch vorweisen kann.

Wie bei den meisten Orten der Ägäis, unterscheiden sich die Häuser je nach der Breite ihrer Front in "schmal- oder breitfrontig". Besondere Eigenheit dieser Gebäude ist, dass der Besitzer des Erdgeschosses nicht unbedingt auch Besitzer des Obergeschosses und des über dem Gebäude befindlichen "Luftraumes" sein muss, wobei letzteres als eigenständiges "Grundstück" gelten und von einem dritten Besitzer bebaut werden kann.

Jeder Häuserblock besteht zumeist aus Häusern der selben Bauart, die untereinander viele Ähnlichkeiten vorweisen. Der Zugang zum Obergeschoss erfolgt immer über eine Außentreppe, die von der Straße aus zu erreichen ist. Die Holzgelände der Treppe ("balli), die geschlossenen Holzbalkone ("boudia"), die Brüstungen, die gestrichenen Regenrinnen ("kanali") und die oft kunstvoll dekorierten Schornsteine ("kapassi") sind in jedem Viertel, je nach Epoche und der gesellschaftlichen Klasse der Bewohner und den Mitteln immer in ähnlicher Form und aus ähnlichen Materialien erbaut. Die innere Anordnung, insbesondere der schmalfrontigen Häuser, ist einfach und funktionell. Sowohl im Erd- als auch im Obergeschoß wird der erste längliche Raum in zwei Hauptbereiche getrennt. Diese Häuser haben meist jeweils eine Tür und ein Fenster pro Geschoß. Im Gegensatz hierzu geben die breitfrontigen Häuser bessere Möglichkeiten der Zimmereinteilung.

Die Dachterrasse wird immer auf die selbe Art hergestellt. Auf Rohr oder Bretter während üblicherweise Kastanienbretter gelegt. All dies liegt auf dem Travesoni oder dem Steinbogen ("kamara"). Auf dieses Geflecht werden Algen zur Isolierung gestreut und hierüber Schlamm, welcher regelmäßig gekalkt wird, so dass sich eine undurchdringliche Kruste bildet.

Für die Wände wird hauptsächlich lokales Granitgestein benutzt, der in ungleichmäßige Steine zersschnitten ist. Zum Verputzen dient grober Sand, der mit Kalk vermischt ist und nur einmal aufgelegt wird. Der Belag erfolgt ausschließlich mit der Kelle, ohne weiteres Werkzeug oder Verdickung. Dieser Verarbeitungsweise ist die typische Plastizität der traditionellen kykladischen Bauten zu verdanken.

Für die "Choria" (Farmanlagen) von Mykonos benutzt man die selben Materialien wie für die städtischen Gebäude, jedoch vermitteln sie eine ganz unterschiedliche Ästhetik, die duch den Gegensatz der blendend weißen Wände zu den grauen Granitfelsen, der Kaktusfeigenbäume und der Rohrpflanzen. Die generelle Anordnung jeder Anlage besteht aus dem Hauptgebäude, das normalerweise aus zwei oder drei Zimmern besteht (Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer) und dem gekalkten Hof, der einen untrennbaren Teil des Chorio bildet.

Aus der Luft sieht das "Chorio" wie ein L aus. Hilfsräume und sonstige Einrichtungen ergänzen die Anlage. Diese Ergänzungen können der Heuschober, der Holzofen, der Viehstall, Taubenschlag oder das Patitiri (=der Raum, in dem die Trauben zu Wein gestampft werden), das Feld, der Ziehbrunnen oder die Zisterne u.a. sein. Oft haben diese Anlagen auch eine kleine Familienkapelle, in denen traditionell die Knochen der Ahnen aufbewahrt werden.

Die "Choria" von Mykonos sind einfach und harmonisch in die Felsenlandschaft mit ihren begrenzten Ressourcen eingefügt und können die Bedürfnisse der Familien auf der Insel befriedigen. Sie sind das Paradebeispiel dafür, wie der Mensch in der oft unfruchtbaren und felsigen Landschaft der Kykladen Inseln der Landwirtschaft schaffen konnte, mit alleinigen Mitteln ihren Erfindungsreichtum, die Sonne, die Luft und das Meer.