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Herzlich willkommen im Regierungsbezirk Rethimnon
ALLGEMEINES > VERWALTUNGSBEZIRK RETHIMNON
Der Regierungsbezirk Rethimnon liegt im mittleren Teil Kretas und hat circa 81.900 gemeldete Einwohner. Im Osten grenzt er an den Bezirk von Heraklion und westlich an den Regierungsbezirk Chania, während er nördlich durch die Kretische und südlich durch die Libysche See begrenzt wird.
Es handelt sich um den gebirgisten Bereich der Insel und da nur ein geringer Teil der Oberfläche für den Anbau geeignetn ist, ist die Hauptbeschäftigung der Einwohner die Viehzucht. Das Klima ist gemäßigt mediterran und die meiste Zeit des Jahres hindurch ist Sonnenschein. Hauptstadt ist die malerische Stadt Rethimnon. Der Regierungsbezirk ist in die Distrikte Rethimnon, Milopotamos, Amari und Agios Vassilios aufgeteilt.
Die Strände sind sauber und zumeist durch die EU mit der blauen Flagge ausgezeichnet. Ausser den wundervollen Stränden hat der Bezirk auch viele Sehenswürdigkeiten, wie das Kloster Arkadi, das Kloster Preveli, die Höhle von Zoniana und die Fortetsa von Rethimnon. Naturliebhaber werden die Schönheit der Schlucht von Kourtalia bewundern, an deren Ausgang man sich an einem wunderschönen Strand wiederfindet. Hier werden Sie auch eine große Anzahl an traditionellen Ortschaften wie zum Beispiel Anogia finden, in denen die Sitten und Gebräuche noch wie in alten Zeiten respektiert werden.
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GESCHICHTE > GESCHICHTE
Funde in den Idäon Andron zeigen, dass die Präfektur Rethymnon seit der prähistorischen Epoche bewohnt wurde. Rethymnon ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur und die drittgrößte Stadt Kretas. Sie liegt im Zentrum der Nordküste, hinter dem Hügel der Fortetsa. Die Besiedlung im Bereich der heutigen Stadt Rethymnon erfolgte mindestens in der Nachpalast- oder Nachminoischen Periode, wie durch ein behauenes Steingrab aus dieser Epoche bewiesen wird, das in der Siedlung Mastambas im Süden der Stadt entdeckt wurde. In der selben Region entwickelte sich im 4. oder 3. Jhd die unabhängige und autonome Stadt mit eigener Münzprägung, das antike Rithymna (der Name stammt aus der vorhellenischen Zeit). Die Stadt verblühte bereits im 3. Jhd v. Chr. und war in den letzten Jahren der römischen Besetzung nurmehr einfache Kleinstadt, die auch in der 1. Byzantinischen Periode (395-824) und der 2. Byzantinischen Periode (961-1204) weiter existierte, ohne jedoch Bischofssitz zu werden.
Rethymnon entwickelte sich während der Herrschaft durch Venedig (ab 1210) zu einer bemerkenswerten Gemeinde, als die Venezianer gemäß der Notwendigkeiten der Handelsschiffe den kleinen Hafen ausbauten. Rettimo, wie es von den Eroberern genannt wurde, wurde 1307 Sitz des Rettore, also des venezianischen Verwalters des Bezirkes, der Rethymnon zur Hauptstadt hatte.
Der Angriff auf die Nordküste Kretas durch den türkischen Admiral und furchtbaren Piraten Khair ad-Din Barbarossa im Jahr 1538 zwang die Venezianer, die Stadt nach Plänen des bekannten Architekten Michele Sanmicheli zu befestigen, die jedoch bei der Ausführung aus Kostengründen vereinfacht wurden. 1571 erfolgte ein erneuter Angriff, Besetzung und Plünderung von Rethymnon durch die türkischen Truppen des Uludsch-Ali. Diese Katastrophe bewies endgültig die Notwendigkeit einer standhaften Befestung, welche 1573 auf dem Hügel Paleokastro im Norden der Stadt begann. Auch diese Festung erwies sich als unzureichend, als die Osmanen die Stadt 1646 nach 22tägiger Belagerung einnahmen. Kreter und Venezianer verbarrikadierten sich in der neuen Festung Fortetsa, westlich des Hafens. Es folgte die Kapitulation, aber trotz aller Verhandlungen ließ Hussein Pasha einen großen Teil der Bevölkerung dahinmetzeln. Plünderungen und Gemetzel unter den Christen wurden 1821 und 1824 ausgeführt. 1897 wurde die Gemeinde von russichen Truppen belagert (im Rahmen des Schutzplanes der Großen Mächte), die bis 1909 in der Stadt verblieben. Rethymnon vereinigte sich, wie der Rest von Kreta, 1913 mit Griechenland.
Während des 2. Weltkrieges erlitt die Stadt Rethymnon große Schäden durch Bombenangriffe. Die Schlacht um kreta im Jahr 1941 und der Widerstand gegen die Nationalsozialisten, während dessen der deutsche Militärverwalter Kreipe entführt und ins Hauptquartier Mittlerer Osten in Ägypten verbracht wurde, zeigten erneut den Freiheitsdurst und die Heldenhaftigkeit des kretischen Volkes.
Nach dem Krieg gelang es Rethymnon, die Stadt wieder aufzubauen und neu zu beleben. Seit den 70er Jahren des 20. Jhd stützt Rethymnon seine ökonomische Entwicklung hauptsächlich auf den Tourismus, der dank der landschaftlichen Schönheit, der vielen Sehenswürdigkeiten und der herzlichen Gastfreundlichkeit der Bewohner, die sie weit über die Grenzen Griechenlands hinaus bekannt gemacht hat, noch heute weiterblüht.
GESCHICHTE > ARCHÄOLOGIE
Antikes Eleftherna
Zu Füßen der Nordseite des Psiloritis, auf ca. 380 m Höhe und ungefähr 30 km südlich von Rethymnon befindet sich die antike Stadt Eleftherna. Es sind Ruinen aus verschiedenen historischen Perioden erhalten. Der Sage nach wurde die Stadt nach Elefthernas benannt, einem der Kouriten, oder nach dem Beinamen der Demeter, Elefthos. Auf dem Hügel Nissi, das zusammen mit dem Hügel Pirgi den Kern der antiken Stadt ausmacht, befindet sich eine Siedlung, die während der Hellenistischen Jahre blühte.
Kurzzeitige Ausgrabungen wurden 1929 durch die Englische Archäologische Schule unter Leitung von H. Payne durchgeführt. Systematische Ausgrabungen durch die Universität von Kreta, die 1985 ausgeführt wurden, brachten bedeutende Funde ans Licht, die ein Bild der antiken Stadt, hauptsächlich aus den Jahren der geometrischen bis zur vorbyzantinischen Periode schaffen, jedoch auch Zeugnis der fortdauernden Besiedlung von der Frühminoischen Zeit bis in die Moderne.
Apodoulou
In Tournes bei Apodoulou westlich des Psiloritis wurden Überreste einer großen Anlage aus der Altpalastzeit (1950-1700 v.Chr.) gefunden. Der Palast überblickt das Tal von Amari und kontrolliert den Durchgang zur Messara-Ebene. Die Ausgrabung brachte drei Gebäudegruppen ans Licht. In der näheren Umgebung wurden Tholosgräber der Nachpalastzeit (1380-1200 v.Chr.) entdeckt.
Die ersten Ausgrabungen in der Umgebung erfolgten in den 30er Jahren des 20. Jhd. durch Sp. Marinatos. Während des 2. Weltkrieges führte das Deutsche Archäologische Institung unter E. Kirsten Ausgrabungen an der Stätte durch. Ab 1985 werden systematische Ausgraben durch das Kulturministerium in Zusammenarbeit mit der Universität von Neapel durchgeführt.
Nekropolis Armenoi
Der Friedhof wurde anscheinend gemäß eines Planes angelegt.. Die Gräber gehören zum Typ der aus Stein gehauenen Kammergräber mit dromos, mit Ausnahme von Grab Nr. 200, dem einzigen Tholosgrab. Als Grabmarkierungen dienten unbehauene Steine oder pyramiden- bzw. plattenähnliche Säulen. Es handelt sich um Familiengräber, in denen viele Tote entweder direkt auf dem Kammerboden oder in Sarkophagen beigelegt wurden. Die Grabbeigaben (Keramik – Waffen – Werkzeug – Schmuck) geben Aufschluß über viele Seiten der Kunst, Religion und Gesellschaftsordnung der Epoche.
1969 übergaben zwei Schüler dem Archäologischen Museum von Rethymnon zwei Gefäße, die sie in Prinokefalo bei der Gemeinde Armeni gefunden hatten. Eine Prüfung der Gegend ergab, das sich hier ein großes Grab aus Nachminoischer Zeit befindet, welches seitdem systematisch erforscht wird. Bis heute wurden mehr als 220 Gräber ausgegraben.
Idaion Andron
Auf der Hochebene von Nida, in 1538 m Höhe liegt die Höhe „Spiliara tis Voskopoulas – Höhle der Schäferin“, in welcher gemäß der Mythen der Göttervater Zeus geboren oder aufgezogen wurde. Der Genauigkeit halber versteckte Rhea das Neugeborene in dieser Höhle, um es von der Manie des Kronos zu bewahren, der alle seine neugeborenen Kinder verschlang, weil er fürchtete, das eines der Kinder ihm die Machtstellung entreißen würde. In der Höhle wuchs Zeus mit dem Milch der Ziege Amalthia auf, während die Koureten sein Weinen übertönten, indem sie ihre Kupferschilde aneinander schlugen. Durch diesen Mythus war Idäon Andron ein berühmter Kultort der Antike von der Minoischen bis zur Nachrömischen Epoche.
Die Kultstellung der Ηöhle wird durch Ausgrabungen bestätigt, die 1885 durch den italienischen Archäologen Federico Halbherr begannen und 1983 durch die Archäologen Jannis und Effi Sakellaraki weitergeführt werden.
Axos
In der Umgebung des heutigen Dorfes Axos befindet sich die antike Stadt Oaxos, eine der bedeutendsten Städte der kretischen Antike, die von der nachminoischen und geometrischen bis zur poströmischen Epoche blühte. Ausgrabungen haben reiche Funde aus der antiken Stadt einschließlich eines Aphrodite-Tempels, des Prytanion, Gräbern und vieler Gebäuderuinen ans Licht gebracht. Auch die Mauern der Akropolis, von der Teile noch heute auf der Hügelspitze sichtbar sind, müssen beeindruckend gewesen sein. Die Ausgrabungen an dieser Stätte begannen 1899 durch die Italienische Archäologische Schule und brachten viele Fundstücke wie minoische Scherben, Steingefäße, Inschriften und viele Götterbilder, die eine nackte Frauengestalt abbilden, welche als Fruchtbarkeitsgöttin interpretiert wird. Es wurden auch Gebäudereste aus der klassischen Periode gefunden, auf deren Ruinen später neue Gebäude, hauptsächlich byzantinische Kirchen, errichtet wurden. Die Glanzzeit der Stadt setzte sich sowohl in der römischen als auch der byzantinischen Periode fort, während derer sie sogar Bischofssitz war und viele Kirchen aufwies.
Lappa
Im heutigen Dorf Argiroupoli werden in den letzten Jahren Grabungsarbeiten zum Bewahlung der kürzlich entdeckten Überreste des antiken Lappa durchgeführt, welche von der Geometrischen bis zur Römischen Periode datiert werden. Die meisten Fundstücke gehören der hellenistischen und frühen römischen Periode an, was darauf schließen läßt, dass es sich hier um die Blütezeit des Ortes handelt. Es ist auch aus literarischen Quellen bekannt, dass Lappa zu den bedeutendsten Städten Westkretas gehörte und während der römischen Phase blühte. Der Ort wurde vom römischen General Metellus im Jahr 68 v.Chr. zerstört und ab 31 v.Chr. in neuem Glanz wieder aufgebaut, mit Thermalbädern und eigenen Münzen. Bei „Pente Parthenes“ wurde ein Grab aus römischer Zeit entdeckt, mit reichen Fundstücken wie zwei Marmorstatuen, eine Kupferstatuette, die heute im Archäologischen Museum von Rethymnon zu besichtigen sind.
Monastiraki
Im Dorf Monastiraki, im Tal von Amari und in 38 km Entfernung von Rethymnon wurde eine Gebäudegruppe entdeckt, die auf rund 2000 v.Chr. datiert und rund 1700 v.Chr. durch Erdbeben oder Feuer zerstört wurde. Die Anlage besitzt Lagerräume, Kultstätten und ein Archiv mit einer großen Anzahl tönerner Siegel, so dass man glaubt, dass es sich um eine Palastanlage handelt. Die Ausgrabungen wurden während des 2. Weltkrieges vom Deutschen Archäologischen Institut begonnen und werden seit 1980 von der Universität von Kreta fortgeführt.
GESCHICHTE > MYTHOLOGIE
Die Herkunft der Bezeichnung Kreta konnte nicht mit Sicherheit festgelegt werden, da verschiedene sich widersprechende etymologische Erklärungen existieren. Eine der Hesperiden hieß Kreta, wie auch die Gattin des Königs Minos und eine der Nymphen, mit der sich Zeus Ammon vermählte. Ebenso kann Kreis, der Sohn von Zeus und der Nymphe Ida der Insel den Namen gegeben haben, vor allem da der höchste Berg der Insel den Namen seiner Mutter trägt. Kreta wird nach Meinung vieler Historiker seit der Altsteinzeit bewohnt, und somit durchgehend seit ungefähr 10.000 Jahren. Wenn auch die Minoische Kultur ein einschließlich kretisches Phänomen darstellt, das nicht auf das griechische Festland übergriff, hat Kreta einen besonderen Platz in der griechischen Mythologie und spielt eine wichtige Rolle vom Anbeginn der griechischen Kultur. Zeus, Vater der Götter und der Menschen, wurde in den Diktaion oder Idaion Andron geboren. Auch nach der Entführung der Europa von den Gestaden Phöniziens im heutigen Libanon floh er nach Kreta.
Europa gebar drei Söhne, Minos, Radamanthes und Sarpedon. Nachdem Minos sich die Insel unterwarf, vermählte er sich mit der Magierin Pasiphae, Schwester der Kallypso und der Zirze, beide Hauptfiguren der Odyssee. Minos weihte dem Poseidon einen Tempel und bat ihn, ihm einen Stier zu schicken, um ihm diesen zu opfern.
Der weiße Stier, den Poseidon ihm sandte war so schön, dass Minos beschloß, einen anderen Stier an seiner Stelle zu opfern. Dies wurde von Poseidon als Frevel angesehen und erzürnte ihn so sehr, dass er Pasiphae dazu verfluchte, sich heftig in den riesigen weißen Stier zu verlieben.
Um ihre starke Begierde zu befriedigen, versteckte sich die Gattin des Minos in dem hölzernen Abbild einer Kuh, welches Daedalus für sie baute, und vereinigte sich mit dem Stier. Als Frucht dieser Handlung gebar sie den Minotaurus, ein Ungeheuer halb Mensch halb Stier. Der Minotaurus wurde in das Labyrinth gesperrt, welches ebenfalls von Daedalus erbaut wurde, in dem er von dem Athenischen Prinzen Theseus getötet wurde. Theseus befreite so die Stadt Athen von der Verpflichtung, jedes Jahr 10 junge Männer und 10 junge Frauen für die Ernährung des Minotaurus zu senden.
GESCHICHTE > ARCHITEKTUR
` Ein bemerkenswertes Charakteristikum der Inselbesiedlung ist die Lage der drei Hauptstädte (Chania, Rethymnon, Heraklion) an der Nordküste – zur Kontrolle der Ägäis – an bereits während der Antike besiedelten Stellen, so dass die Entwicklung der Siedlungen ununterbrochen ist.
Außer den Städten hat die Insel viele Dörfer mit festen oder periodischen Bewohnern. In der Hauptsache sind diese Orte in den Bergen oder auf Anhöhen gelegen.
Die Siedlungen in den Berggegenden waren halbkreisförmig um Berghänge herum gebaut oder auf Hügelspitzen, so dass natürliche Festungen entstand, die dem Schutz vor Piratenangriffen diente. Die halbkreisförmige Auslegung folgte der Form des Hügels und um die Kirche, den Hauptplatz und das Kafeneion herum. Die Bebauung ist meist dicht und fortlaufend – wie generell in den befestigten Siedlungen, deren Hauptanliegen der Schutz vor denn Piraten war – in anderen Gegenden jedoch licht und frei. Die Siedlungen sind harmonisch in die Landschaft eingefügt sind durch ihre Lage meist in de das Obere, das Mittlere und das Untere Dorf getrennt.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Küste auf Grund der Geißel der Piratenangriffe nur spärlich besiedelt. Durch diese waren die Bewohner gezwungen, sich in die großen befestigten Städte oder das Inselinnere zurückzuziehen, in nur schwer zugängliche und uneinsehbare Stellen. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die verlassenen, von den Venezianern gegründeten Küstenorte Agios Nikolaos (Castle Mirambello), Sitia, Palaiohora (Selino), Panormo(Castle Milopotamo) neu besiedelt.
Außer der hauptsächlichen Befestigung der Haupthäfen wurde die Abwehr der Insel durch eine Reihe von Burgen (Castelli) verstärkt, die an strategisch bedeutenden Stellen erbaut wurden. ( Kastell von Gramvousa, Spinalonga, Frangokastello).
Ein nennenswertes Beispiel von Renaissance-Architektur auf Kreta sind die Türme der Venezianischen Feudalherrscher, die über ganz Kreta verteilt sind und von denen aus die Besitzer ihre Ländereien und die Pächter kontrollierten.
Wenn die Befestigungsanlagen, Kastelle und venezianischen Türme Beispiele für die Macht und Stärke sind, sind die Paläste, Brunnen, Loggien, Uhren, Plätze und Denkmäler in Heraklion, Rethymnon und Chania die Beispiele für Pracht und Adel. Die Architektur der Renaissance beeinflußte den Bau von Wohnhäusern, Kirchen und Klöstern (Kloster Arkadi, Kloster Agia Triada in Akrotiri).
Die in Rethymnon und Chania erhaltenen venezianischen Wohnviertel sind einige der wenigen Muster, die im hellenischen Raum noch existieren.
In den Landgegenden begegnen wir vielen Wohnhäusern und Türmen, Villen und venezianischen Landhäusern, sowie behauenen Steintoren. Viele kretische Dörfer haben die Ölpressen, die Landhäuser mit Terrassen- oder Schrägdach erhalten.
In ihrer einfachsten Form bestehen die Häuser aus einem einzigen Raum, ich dem sich alle Funktionen vereinigen. Dieser Raum hat einen Eckkamin, der zum Kochen und zur Beheizung benutzt wird. Oft gibt es eine Erhöhung, die zum Schlafen benutzt wird, das Dachzimmer, und der darunterliegende Raum wird als Speicher benutzt. Die Hausbedeckung besteht aus Holzlatten. Wenn ein Anbau notwendig wird, wird ein hölzerner Stützbalken eingefügt.
In späteren Jahren wird der hölzerne Stützbalken durch einen steinernen, halbkreisförmigen Bogen (Kamara) ersetzt. So entsteht das kretische Bogenhaus , dem wir auf der ganzen Insel begegnen. Der Bogen trennt das Haus in zwei Teile. Während sich dieses Bogenhaus weiterentwickelt, wird ein zweiter Bogen hinzugegfügt, so dass ein doppelbögige Haus entsteht.
In der Hora Sfakion und der näheren Umgebung in Küstennähe hat sich aus dieser Form eine weitere herausgebildet, bei welcher Anbauten im rechten Winkel erfolgen und in der endgültigen Form zweistöckige Wohnhäuser entstehen. Hier wird die Ästhetik stärker beachtet, durch hölzernen Trennwände, größere, in starken Farben bemalte Türen und Fenster, Putz und Gipsverzierungen.
Hauptsächlich auf der Westseite der Insel haben die Häuser Ziegeldächer, sind meist zweistöckig mit einer hölzernen Innentreppe, die oben an einer Falltür endet, die zu den Schlafräumen führt. Der Hof – falls vorhanden – wird von hohen Pferchzäunen umgeben, deren Durchgang ein gebogenes Aussentor bildet.
Die Öffnungen sind groß und werden von behauenen Steinrahmen umgeben, an deren oberem Ende sich Steingesime als Regenschutz befinden. All diese Details wie auch das Tuffgestein, dass zum Schutz verschiedener Teile des Gebäudes benutzt wird, bezeugen einen starken venezianischen Einfluß auf die Volksarchitektur der Gegend.
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